Maulbronn 2

Brunnen im Zisterzienserkloster Maulbronn

 

Liebe Gemeinde,

vor einigen Jahren habe wir die Ruinen des ehemals berühmten Klosters Hirsau im Nord-schwarzwald besucht. Im 11. Jahrhundert war es einmal das größte Kloster Deutschlands. Hirsau ist noch immer eindrucksvoll. Es war ein besonderer Ort. Von hier aus begann eine große Erneuerungsbewegung für die Mönche des Mittelalters mit einer großen Wirkung auf die Klöster, die Gesellschaft und das Land.

Beim Blick auf die Ruine ging mir aber auch durch den Sinn, wie doch auch eine so große Bedeutung schwindet, und dieses mächtige Kloster ist heute nur noch ein Erinnerungsort. Ich habe mir dort ein kleines Heft gekauft. Es enthielt Worte eines der berühmtesten Theologen jener Zeit, Bernhard von Clairvaux. Auch er war ein Mönch, er war ganz jung ins Kloster gegangen.

Konfirmation

Liebe Gemeinde,
am heutigen Sonntag feiern wir in unserer Kirchengemeinde Konfirmation. Die Konfirmation ist übrigens eine Erfindung aus Hessen. Sie ist nun fast schon 500 Jahre alt. In der Bibel, die deutlich älter ist, steht nichts von ihr. Aber in der Bibel steht etwas davon, wie Menschen in Kontakt mit Gott kommen und bleiben. Die Bibel nennt das glauben. Wir Menschen stehen natürlich alle in Verbindung mit Gott. Aber wir nehmen diese Verbindung sehr unterschiedlich wahr und leben sie auch entsprechend verschieden.

Grüne AueLiebe Sonntagsgrußleser/innen,

vor einigen Tagen machte ich einen Ausflug zum Schloss Wilhelmsthal. Es war einer der ersten warmen Sommertage. Schon von Weitem sah ich eine Schafherde auf der großen Wiese. Im Schatten suchten die Schafe nach Gras. Sie schienen sehr entspannt zu sein. Mehrere Leute standen dort und beobachteten sie. Die kleinen Schafe waren für alle ein Blickfang. Die Leichtigkeit war ein bisschen wie Urlaub. Mir fielen vertraute Worte ein: „Der Herr ist mein Hirte!“ (Ps 23,1) Bei dieser Herde war zwar kein Hirte zu sehen, aber irgendwo musste er ja sein. Einer musste die Herde ja hierhergebracht haben.

Psalm 23 gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Psalmen. Wir hören und lesen ihn immer wieder, bei besonderen Anlässen, zu Taufen, Trauungen, auch bei Beerdigungen und manche von uns können ihn auswendig. Er nimmt das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen auf. Man kann das eigene Erleben mit den Bildern dieses Textes beschreiben. Er spricht von grünen Auen und von tiefen Tälern. Wir wünschen uns einen, der uns begleitet wie ein Hirte, der Halt und Trost gibt, an dem wir uns orientieren können. „Dein Stecken und Stab trösten mich!“ (Ps 23,4)

Jesus erzählt noch etwas Weiteres von diesem Hirten und beschreibt, was ihn ausmacht. Wir lesen davon im Lukasevangelium, Kapitel 10, 1-7:

AltlastenLiebe Gemeinde,

Altlasten –

in Kassel beschäftigen sie uns jetzt. Unsichtbar im Boden, aber giftig, gehen Blei und andere gefähr-liche Stoffe in Pflanzen, Wasser, Erde und Nahrung über. Wo Altlasten sind, ist das Leben gefährdet. Tote Flächen müssen saniert werden. Die Kleingärtner am Fackelteich müssen ihre Gärten aufgeben und bekommen glücklicherweise Ersatzflächen.
Altlasten, die das Leben schwer machen oder blockieren –, davon reden wir auch, wenn einzelne Menschen oder ganze Familien über Jahre Belastendes mitschleppen. Ereignisse, Worte, Taten, die das Leben bedrücken und zerstören.

Von einem, der das in schrecklicher Weise erlebte, erzählt die Josefsgeschichte in der Bibel. Josef, der später Minister des Pharaos wurde, erlebte, wie seine Brüder ihn in einen trockenen Brunnen warfen und dann später an einen durchreisenden Sklavenhändler nach Ägypten verkauften. Der Grund war Eifersucht: „Der Vater zieht Josef vor,er hat ihn lieber“. Die spätere Lebensgeschichte führt Josef nach dieser ersten Todesangst durch alle Höhen und Tiefen, die man sich vorstellen kann.

SONNTAGSGRUß
2. Sonntag nach Trinitatis 2021
Lukasevangelium Kapitel 14
Da einer Jesus reden hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! Jesus aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit! Da fingen sie alle an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und ein andrer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Wieder ein andrer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken.
Liebe Gemeinde,
wir hören im Evangelium die Geschichte von einem Menschen, der ein großes Abendmahl machte und viele dazu einlud.
Es klingt heute fast wie die Geschichte einer längst vergangenen Zeit. Ein großes Fest mit vielen Menschen. Wie gerne würden wir das einmal wieder erleben.

 
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